Kristin kennenlernen

Die Sehnsucht nach der großen weiten Welt scheint ihr in die Wiege gelegt zu sein. So bereiste sie bereits als Kind mit ihrer ebenso reiselustigen Oma Italien, bis Mitte der 60er Jahre das Urlaubsland Nr. 1 in Deutschland. Und auch die Betrachtung der Erde aus der Vogelperspektive, als 5jährige im kleinen Sportflugzeug, war wohl schon ein Anzeichen wachsender Abenteuerlust.

Ihr Arbeitsalltag in der Notaufnahme eines Klinikums erzeugte eine grundlegende Dankbarkeit und prägte ihre Lebensfreude so sehr, dass sie es kaum erwarten konnte, in Freizeit und Urlaub die geordnete Welt einer zivilisierten Umgebung mit der Idylle eines Campingplatzes oder dem Flair einer Jugendherberge zu tauschen. Und als Mitglied des Deutschen Alpenvereins schätzte sie natürlich auch die Gemütlichkeit einer Berghütte. Zu einer weiteren Leidenschaft entfaltete sich das Motorradfahren. Bereits mit 14 Jahren "erfuhr” sie (noch ohne Führerschein) auf versteckten Strassen die Umgebung ihrer Heimatstadt Neumarkt in der Oberpfalz. Und bis heute hat für sie dieses besondere Gefühl von Freiheit nichts an seiner Faszination verloren. Im Jahre 2006 gründete sie zusammen mit anderen Freaks den Club "Motorradfreunde Neumarkt”. 
Begleiter in dieser Zeit war stets ihre Gitarre, und wen sollte es verwundern, dass aus ihrer Feder ein reiches Repertoire an Liedern sprudelte, mit denen sie nicht nur ihre Reisekameraden erfreute, sondern auch das Publikum bei vielen Veranstaltungen.

Um sich lebenslang fit zu halten und alle Aktivitäten möglichst lange ausüben zu können, treibt sie regelmäßig Sport und machte diesen zu einem weiteren Bestandteil ihrer Freizeit. Mit knapp 30 Jahren wurde sie Übungsleiterin beim Bayerischen Landessportverband und Abteilungsleiterin eines großen Sportvereins in Neumarkt. Nach 10 Jahren Aerobic verlegte sie den Schwerpunkt ihrer ehrenamtlichen Arbeit auf Gesundheitssport, wobei ihr ganz besonders die Wirbelsäule ihrer Klienten am Herzen lag.

Die Vereinsarbeit gab ihr zusätzlich reichlich Gelegenheit zur Organisation und Durchführung von Ausflügen und Kurzreisen. 20 Jahre lang sorgte sie für Bewegung in der Natur, sei es mit dem Fahrrad oder am Berg. Von so manchem Gipfelkreuz blickte sie über die Bergspitzen, und träumte dort oben von der großen, weiten Welt.

Als sie 1997 zum ersten Mal life ein Didgeridoo hörte, war sie so befangen von dem Klang des Instruments, dass sie dieses zu spielen erlernte.
Die Teilnahme an mehreren Workshops führte schließlich dazu, dass sie das Didgeridoo in einer Band spielte, und fortan keine Gelegenheit versäumte, die Menschen mit diesem Klang in Berührung zu bringen, sei es bei Musik-Events, Vernissagen oder beim monatlichen Didgeridoo-Stammtisch, den sie gemeinsam mit Gleichgesinnten in ihrer Heimatstadt gründete.
Spielen in der Sahira Band
Frauentrommelgruppe
Weihnachtsfeier
Stammtisch
Vernissage

Das Didgeridoo begleitete sie fortan selbst auf dem Motorrad.

Auch auf Bergtouren war das Didgeridoo stets dabei. Sogar auf bayerischen Almen, wo man bis dato nur das Alphorn kannte, hielt das Instrument der australischen Ureinwohner Einzug.

Und hatte sie es dennoch einmal nicht im Rucksack, so überraschte sie die verwunderten Zuhörer damit, dass sie auch einem Staubsaugerrohr diese exotischen Klänge entlocken konnte.

Sie weckte die Neugier nach diesem "Ding aus einer anderen Welt” und lehrte den interessierten Menschen in regelmäßigen Spielworkshops die zirkuläre Atmung, die es erlaubt, auf diesem einfachen Holzrohr lange, ununterbrochene Töne zu erzeugen.

Und nicht zuletzt zeigt sich sogar ihr jüngstes Enkelkind Jule von dem Gebrumme begeistert. Mit der Befangenheit für den Klang des Didgeridoos kam die Neugierde auf das Land und die Kultur der Herkunft dieses ungewöhnlichen Instruments. 
Um ihr Traumland Australien ohne Hindernisse erkunden zu können, lernte sie bei mehreren Offroad-Trainings das Fahren mit einem allradgetriebenen Fahrzeug sowie die Überwindung evtl. auftretender Herausforderungen incl. Reifenwechsel und anderer Überlebensstrategien. Im Jahre 2002 kündigte sie ihren sicheren Job im Klinikum und verbrachte 4 Monate in Australien. Mit einem Geländewagen und Zelt ganz alleine unterwegs fuhr sie von Cairns aus ganz hinauf zum Cape York, zu Aboriginal Gemeinden in Arnhemland, weiter nach Darwin, durch die Kimberleys bis Broome und durch die Tanami Desert über das Rote Zentrum zurück nach Cairns. 
In Arnhemland traf sie mit dem berühmten Didgeridoomaster Djalu Gurruwiwi zusammen und wurde von ihm in die Geheimnisse der traditionellen Spielweise der Yolngu Aboriginees eingeweiht.
Auf dieser Reise verliebte sie sich in den Kontinent Australien und es wurde der Wunsch geboren, hier zu leben.

Zurück zuhause verschlang sie alles, was mit Australien zu tun hat, und ihr Appartement glich einem Tourbuchungs-Büro in Cairns, inklusive der australischen Fahne und einer riesigen Landkarte. Es kam der Wunsch hinzu, in der Mitte des Lebens (mit 50) eine Veränderung herbeizuführen und das Berufsbild "Patient” mit "Tourismus” auszutauschen – ihr Liebe zum Reisen und Unterwegssein in der Natur mit anderen Menschen zu teilen. 
So erlangte sie in einer nebenberuflichen Ausbildung nach 18 Monaten das Zertifikat "Wellness-Trainerin” mit den Schwerpunkten Massage und Nordic Walking – nicht zuletzt, um in einem ausgefüllten Urlaubsprogramm auch das Wohlbefinden der Touristen nicht zu kurz kommen zu lassen.

Eine glückliche Fügung des Schicksals brachte sie schließlich mit Karl-Heinz in Verbindung. In einem der Australien Foren im Internet las sie einen mehrere Jahre alten Beitrag von Karl-Heinz, der schrieb, dass er in Cairns lebe und im Tourismus arbeite. Das Kontaktieren lohnte sich.
Karl-Heinz antwortete und es entwickelte sich aus der gemeinsamen Begeisterung für Australien eine innige Verbindung die nach nur wenigen Monaten des Kennenlernens im Februar 2007 zur Trauung am Lake Morris bei Cairns führte.

Der Traum von Australien war Wirklichkeit geworden: Glücklich vereint mit ihrem Weltenbummler Karl-Heinz. Heute folgt sie Karl-Heinz’ Fußstapfen und freut sich darauf, ihre neue Heimat und die Dinge die Australien so verschieden von Mitteleuropa machen, mit den Reisenden zu teilen. |